sei schlau!

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Manfred G.Pfirrmann

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Parkrüpel

Es ist bemerkenswert, dass Babies immer noch mit unverkrüppelten Beinen und Füßen auf die Welt kommen. Denn normalerweise reagiert die Evolution auf Nichtbenutzung, indem sie das entsprechende Organ einfach weglässt - was man ja oft genug an den Gehirnen mancher Zeitgenossen erkennen kann.

Kaum dass jemand seine Fahrprüfung mit mehr oder meist weniger Bravour bestanden hat, ist er nicht mehr in der Lage, Strecken von gar 50 Metern mit eigener Kraft zu bewältigen und würde am liebsten auch zur Toilette noch mit dem Wagen fahren.

Deshalb wird das Fahrzeug einfach irgendwo abgestellt - Hauptsache, es ist nahebei. Ob dann ein Fußgänger (dieses Gesocks!) mitsamt Kinderwagen über die Fahrbahn laufen muss oder eine womöglich noch gegenüberliegende Einfahrt unbenutzbar ist,  interessiert den normalen Park-Rüpel wenig bis gar nicht. Wenn ein Fußgänger aber beim Versuch, sich zwischen Außenspiegel und Hauswand durchzuquetschen, selbigen abbricht, nimmt der Parkrüpel übel.

Ein absolutes Halteverbot? Was macht es denn schon aus, wenn man nur mal eben zur Bank rein muss. Kann zwar sein, dass da noch zwei andere Verbots-Ignoranten am Schalter warten, aber man sollte das doch nicht so eng sehen. Ob die Straßenbahn oder der Stadtbus durchkommt? Muss man halt später mal mehr Gas geben, will man den Fahrplan einhalten - ist dem Park-Rüpel aber sowieso egal - er fährt ja dort nicht mit.

Wenn man sein womöglich auch noch undurchsichtiges Fahrzeug knapp an einer Einmündung aufstellt, hat man den Vorteil, dass man nicht von einem Rüpel-Kollegen zugeparkt werden kann. Ob der Einfahrende seinen Querverkehr einsehen kann, ist dem Parkrüpel egal. Er entrüstet sich allerdings, wenn er für einen deshalb geschehenden Unfall mitverantwortlich gemacht wird.

Warum in Normalstraßen Linksparken verboten ist, erschließt sich diesem Typ ebenfalls kaum, ein Frontalaufprall beim Rausfahren ist zwar unangenehm, aber doch eher selten. Daß man auf diese Art auch mal eben einen Radfahrer auf die Hörner nehmen könnte, tangiert den normalen Parkrüpel höchstens periphär.

Einem Nachbarn die Fahrertüre zu zuparken ist dem Parkrüpel wurscht, Hauptsache er selbst kann bequem aussteigen. Viele Autos haben ja auch ein Schiebdach.

Ein kostenpflichtiger Parkplatz kommt für einen Parkrüpel nur dann in nähere Erwägung, wenn im Umkreis aber auch gar kein Plätzchen mehr verfügbar ist.

Schaltet man das Warnblinklicht an, kann man die Karre sowieso mitten auf der Straße stehen lassen - ist sich jeder Parkrüpel sicher.

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Parkrüpel staunen zunächst über ihr plötzlich besonders sportlich aussehendes Auto, werden aber sauer, wenn sie merken, dass dies hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, dass verständnislose Mitbürger an allen Reifen die Luft abgelassen haben. 

                              

 

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