Vorwort
Dass Sie dieses Buch hier lesen können, verdanken Sie einer
Fliegerbombe der Engländer. Wie das? Nun, dieses Mistding schlug dreißig Meter entfernt in das gegenüberliegende Haus ein. Selbst wenn ich einen Helm aufgehabt hätte, wäre das wohl schief gegangen, wenn
die unser Haus erwischt hätte. Ich war nämlich noch gar nicht in unserem hervorragenden, tiefergelegten Luftschutzkeller, sondern oben, vor der Kellertreppe, weil ich nicht schnell genug in meine Kleider gekommen
bin. Der Luftdruck der Explosion half mir nachdrücklich die Kellertreppe zügig zu bewältigen, ein Netz vor der unteren Kellertüre wäre angenehm gewesen, die blauen Flecken waren aber nicht lebensgefährlich und
taten sowieso erst später weh.
Sie sehen, das war knapp und so blieb es – speziell finanziell.
Denn dieses Buch könnten Sie vermutlich auch nicht lesen, hätte ich reiche Eltern gehabt. Ich
hatte mal reiche Schwiegereltern – aber nur dem Namen nach. Denn meine erste Frau stammte aus Alt-Obra-Züllichau. Sie wissen nicht wo das ist? Na so was. Hinter der Oder-Neiße-Grenze. Nun, was hätte mir dort
wohl ein Schloss genutzt? Mit reichen Eltern hätte ich es sicher nicht so schwer gehabt, einen Verlag für dieses Buch zu finden, wozu auch, da hätte ich doch die Herstellungskosten leicht selbst bezahlen
können. Aber dann hätte ich bestimmt nichts Besonderes erlebt, was wert wäre, um darüber zu schreiben.
Interessant ist es doch erst, wenn man keine reichen Eltern hat. Da ergibt sich ein ganz anderes
Bild der Welt.
Autobiografien von Reichen gibt es wie Sand am Meer (Schreiben die schon mit Dreißig!)
und die wollten Sie doch gar nicht lesen. Denn haben Sie schon mal gehört, dass sich ein Reicher hat durchschlängeln müssen? Und wenn, durch was bitteschön? Durch Salons voller gelangweilter Snobs vielleicht, um
an das Kalte Büffet zu gelangen. Oder durch die Steuergesetze, um eine Lücke zu finden, noch ein paar Milliönchen am Fiskus vorbeizuschleusen. Sollten Sie das unter dem Titel gesucht haben, dann bleiben Sie
vielleicht aber dennoch hier, um zu sehen, wie es auch ohne Kapital geht.
Denn obwohl ich oft im Leben nichts zu Lachen hatte, war es doch häufig lustiger als erwartet.
Aber eng war es meistens und wenn es eng wird, muss man sich durchschlängeln.
Viel Spaß!
Manfred Pfirrmann
PS: Manche Namen sind geändert, die Orte des Geschehens aber nicht und die hier erzählten
Stories haben sich alle wahrhaft so zugetragen.
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